Archiv für den Monat: Juli 2006

Herr(e)ngarten

Wie heißt er eigentlich, der Herr(e)ngarten: Formell Herrengarten oder umgangssprachlich Herrngarten? Eigentlich müsste ich nur einen Fuss ein paar Mal vor den anderen setzen, und andersrum. Oder in die Pedale treten. Auf einem Straßenschild hab ich es schon einmal gesehen, die dann wohl offizielle Bezeichnung für den zentralsten Darmstädter Park. Mein Namengedächtnis hat mich wie immer verlassen und so dachte ich bei Google fündig zu werden. Lt. offizieller Website der Wissenschaftsstadt Darmstadt schreibt sich die Grünanlage 10:67. Ich hatte mir ein eindeutigeres Ergebnis erwartet. Jemand eine Ahnung wie sich der Herr(e)ngarten schreibt? Die Kommentare sind eröffnet!

Mahnmal mahnt zweifach

Hämmer sorgen in Darmstadt in letzter Zeit für erheblichen Ärger: Vor wenigen Tagen verletzte mit diesem Werkzeug ein inzwischen psyiatrisch eingewiesener Drogenabhängiger einen anderen. Und Mitte des Monats zerstörten alkoholisierte Jugendlichen ein Mahnmal am Darmstädter Güterbahnhof so stark das eine Reparatur nicht mehr möglich war. Not macht erfinderisch, und so einigte man sich darauf das Mahnmal, ergänzt um eine an den Amoklauf erinnernde Tafel, zunächst so stehen zu lassen. Die mit dem Panzerglas verklebten Scheiben auf dem Gleisstück mit Prellbock erinnern seither nicht mehr nur an das längst vergangene dritte Reich und seine Opfer, sondern vielmehr auch an die gleichwohl aktuelle Bedrohung, die Gewalt inmitten der Bevölkerung weilt und ausbricht wenn Drogen und Alkohol, Hoffnungslosigkeit und Existenzängste, manchmal aber auch einfach fehlender Bezug die Hemmungen nehmen die Gewalt anzuwenden.

Du bist die Zukunft.

Die SPD ist Mitgliederpartei, und als Mitgliederpartei verkraftet man Mitgliederschwund garnicht gut. Die von der Darmstadt-Dieburger SPD aufgelegte Aktion Du bist die Zukunft. (Website) wurde anscheinend auch von der Darmstädter SPD übernommen: Als ich heute auf den Bahnhof zufuhr war die Straße gesäumt von den Plakaten. Dabei hatte ich erwartet, das die Politik in der Stadt fürs laufende und kommende Jahr in eine Art Dornröschenschlaf verfällt. So kann man sich täuschen. Nettes Angebot übrigens!

Darmbach

Wer den Herr(e)ngarten als Verkehrsweg nutzt oder dort einfach nur gerne spazieren geht, dem dürfte ein schmaler blauer Streifen aufgefallen sein, der keineswegs linear das Gras begleitet überzieht und schließlich im stehenden Gewässer endet. Das Ende lässt dann auch keinen Zweifel daran das der blaue Streifen auf grösstenteils grünem Grund einen Bach symbolisieren soll. Um genau zu sein den Darmbach. Der Rinnsaal wurde, wie kürzlich in der lokalen Presse sehr bildlich beschrieben, zum Opfer seiner eigenen Anziehungskraft: Er verkam, trug Müll durch die Stadt. Schließlich wurde er zum Großteil vertunnelt und soll – so die Erzählung der stets gut unterrichteten Lokalpresse – nun endlich wieder befreit werden.

Darmstadt hat hierzu einen eigenen Projektleiter bestellt, Ullrich Ranly vom städtischen Straßenverkehrsamt ist der Glückliche. Warum gerade das Straßenverkehrsamt hier einen Mitarbeiter abstellen muss, erschließt sich mir nicht im ersten Moment – als Verkehrsweg kann der wenige Zentimeter breite, weniger Zentimeter tiefe Rinnsaal kaum gelten. Die Zuständigkeit und die Eile mit der das Projekt jetzt vorangetrieben wird, erklärt sich vielmehr aus den sich neu gestaltenden Verkehrswegen der Stadt einerseits. Gerade der Stadtkern ist seit Jahren mit der ewigen Baustelle Berlin vergleichbar, es reiht sich Baugrube an Baugrube und Straßenzug um Straßenzug wird neu gestaltet. Es ist nur verständlich das in diesem Zuge nicht nur neue Leitungen gelegt werden, sondern auch die klamme Wissenschaftsstadt Darmstadt von den Abwassergebühren, die sie wegen der Verlegung in den Untergrund zu zahlen hat, befreit wird.
Bei 2,2 Millionen Euro im Jahr für die Einleitung des Darm- und Meiereibachs in den Kanal sollen die Kosten in Höhe von knapp zehn Millionen in fünf Jahren wieder reingeholt sein. Das allerdings ist nur Augenwischerei, denn selbst der Projektverantwortliche rechnet vor das jeder Bürger, also 140000 Köpfe, deswegen mit einer etwa zehn Euro höheren Gebühr für die Abwasserreinigung zu rechnen hat. Multipliziert man jetzt die Bevölkerngszahl mit der Gebührendifferenz kommt man auf 1,4 Millionen Euro Mehrkosten für den Bürger. Es findet also eigentlich nur eine Verschiebung der Kosten zu Gunsten des Stadtsäckel statt.

Andererseits, ein weiterer Grund für das an den Tag gelegte Tempo dürfte die kürzlich geschlossene Koalition zwischen SPD, Grünen und den Liberalen sein. Die Koalitionsvereinbarung lässt nicht nur viel Spielraum für die Verantwortlichen, sondern erzwingt gleichzeitig auch kurz-, mittel- und langfristige Ergebnisse, damit die Koalitition die ersten Querelen übersteht. Der Darmbach ist Teil der Koalitionsvereinbarung.

Stellt sich nur die Frage woher das Wasser in Sommermonaten wie diesem Juli kommen soll. Hierzu hat man sich zweierlei ausgedacht: Für den kurzen Abschnitt, der in der ersten Bauphase geplant ist, reicht es aus Regenwasser auf dem Dach des derzeit neu entstehenden Kongresszentrums Darmstadtium zu sammeln und zuzuführen. Und wenn es doch einmal knapp wird kippt man einfach ein wenig Trinkwasser hinterher. Was genau das kosten wird habe ich gleich mal beim zuständigen Projektleiter nachgefragt, mal sehen ob und wann eine Antwort kommt. Bei der projektierten Nordostumgehung hat man die Folgekostenabschätzung auch ein klein wenig schleifen lassen.

Jeden Tag 3000 Schritte extra.

Unter diesem Motto lud Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und ihr ansonsten für Marschbefehle nicht zuständiges Bundesministeriums für Gesundheit heute die Darmstädter zu einer gesunden Mittagspause in den Herr(e)ngarten. Der Einladung folgten Hunderte, lt. Veranstalter insgesamt 700. Darunter neben Ulla Schmidt selbst die Justizministerin Brigitte Zypries, Oberbürgermeister Walter Hoffmann, Stadtrat Dieter Wenzel und die Stadtverordneten Monika Bradna und Sandra Russo, nicht zu vergessen zahlreiche Funktionäre Darmstädter Sportvereine.

An einem der wohl heißesten Tage des Jahres konnten sich aber nicht alle Anwesenden gleich überwinden eines der aufgebauten Zelte, die von Morgen- und Mittagshitze aufgeheizt waren, aufzusuchen und sich dort u.a. von der BKK Merck im Vorfeld untersuchen und beraten zu lassen. Auch als zur Einleitung Haltungs- und allerlei anderer Übungen auf der Bühne präsentiert wurden, blieben noch einige Gäste unbeeindruckt. Im wenig kühleren Schatten blieb auch ich zurück, werkelte mäßig erfolgreich an meinem soeben erheischten Schrittzähler herum. Auch die lokale Musikprominenz (Tommy and The Moondogs) sowie die sich peu á peu die Bühne erobernden Politiker und Sportfunktionäre wollten mich und die zahlreichen anderen Schattenhungrigen nicht so recht vom Hocker reißen.

Die Mehrzahl überwandt sich schliesslich ihre neuen Schrittzähler anzubringen und sich gemeinsam auf den geplanten Spaziergang zu begeben, als die Initiatorin den Spaziergang einleitete. Sie führte die Menge zunächst auf engstem Raum im Schritttempo vom Herr(e)ngarten-Café am See vorbei zur Großherzoglich-Hessische Porzellansammlung und in den angeschlossenen Garten, wo sich traditionell Gemüse und Blumen die Beete teilen. Vorbei am überdimensionalen Schachbrett, wartete auf die Mitläufer die erste Erfrischung und eine kleine Pause.

Durch die pralle Sonne mussten sich auch die zahlreichen Personenschützer in ihren Anzügen quälen.
Die Route sollte zum Schluss nur etwa 1400 Schritte auf meinem Schrittzähler bringen. Politik der kleinen grossen Schritte eben. Später dann offenbarte sich aber das die Position des kleinen Gerätes für dessen Ergebnis nicht unwichtig ist.

Übrigens: Kaum war der letzte Fuss vor den anderen waren Bilder und Statements der Gesunde Mittagspause auch schon im Internet. Alles in allem also eine gelungene Werbung für kreativere Gesundheitspolitik.

Volksbank-Filiale berfallen

Am spten Dienstagnachmittag hat ein maskierter, bewaffneter Mann mehrere tausend Euro bei einem berfall einer Volksbank-Filiale erbeutet. Der Tter bedrohte die Angestellte der Bank mit einer Waffe und forderte die Herausgabe von Geld.
Die Verfolgung des Tters mit 13 Streifenwagen blieb erfolglos.

Quelle: e110

Auf Parkbank überfallen

Vier Männer haben in der Nacht zum Sonntag einen 18-jährigen beraubt der sich auf eine Parkbank gesetzt hat und eingeschlafen war. Dem Darmstädter wurden Handy und Bargeld gestohlen. Gegen drei wurde er von den Männern durch Schläge geweckt. Abwechselnd schlugen sie auf ihn ein. Der Geschädigte ging ersteinmal nach Hause um sich auszuschlafen. Später bemerkte er Schmerzen und suchte ein Krankenhaus auf. Anschließend erstattete er Anzeige.

Quelle: polizeipresse