Jeden Tag 3000 Schritte extra.

Unter diesem Motto lud Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und ihr ansonsten für Marschbefehle nicht zuständiges Bundesministeriums für Gesundheit heute die Darmstädter zu einer gesunden Mittagspause in den Herr(e)ngarten. Der Einladung folgten Hunderte, lt. Veranstalter insgesamt 700. Darunter neben Ulla Schmidt selbst die Justizministerin Brigitte Zypries, Oberbürgermeister Walter Hoffmann, Stadtrat Dieter Wenzel und die Stadtverordneten Monika Bradna und Sandra Russo, nicht zu vergessen zahlreiche Funktionäre Darmstädter Sportvereine.

An einem der wohl heißesten Tage des Jahres konnten sich aber nicht alle Anwesenden gleich überwinden eines der aufgebauten Zelte, die von Morgen- und Mittagshitze aufgeheizt waren, aufzusuchen und sich dort u.a. von der BKK Merck im Vorfeld untersuchen und beraten zu lassen. Auch als zur Einleitung Haltungs- und allerlei anderer Übungen auf der Bühne präsentiert wurden, blieben noch einige Gäste unbeeindruckt. Im wenig kühleren Schatten blieb auch ich zurück, werkelte mäßig erfolgreich an meinem soeben erheischten Schrittzähler herum. Auch die lokale Musikprominenz (Tommy and The Moondogs) sowie die sich peu á peu die Bühne erobernden Politiker und Sportfunktionäre wollten mich und die zahlreichen anderen Schattenhungrigen nicht so recht vom Hocker reißen.

Die Mehrzahl überwandt sich schliesslich ihre neuen Schrittzähler anzubringen und sich gemeinsam auf den geplanten Spaziergang zu begeben, als die Initiatorin den Spaziergang einleitete. Sie führte die Menge zunächst auf engstem Raum im Schritttempo vom Herr(e)ngarten-Café am See vorbei zur Großherzoglich-Hessische Porzellansammlung und in den angeschlossenen Garten, wo sich traditionell Gemüse und Blumen die Beete teilen. Vorbei am überdimensionalen Schachbrett, wartete auf die Mitläufer die erste Erfrischung und eine kleine Pause.

Durch die pralle Sonne mussten sich auch die zahlreichen Personenschützer in ihren Anzügen quälen.
Die Route sollte zum Schluss nur etwa 1400 Schritte auf meinem Schrittzähler bringen. Politik der kleinen grossen Schritte eben. Später dann offenbarte sich aber das die Position des kleinen Gerätes für dessen Ergebnis nicht unwichtig ist.

Übrigens: Kaum war der letzte Fuss vor den anderen waren Bilder und Statements der Gesunde Mittagspause auch schon im Internet. Alles in allem also eine gelungene Werbung für kreativere Gesundheitspolitik.